Rechtsanwalt Wolfgang Riedel
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OLG Koblenz Urteil vom 17.02.2005, 5 U 349/04, 25.000 € Schmerzensgeld

 

Eine 41-jährige Patientin, die seit mehreren Jahren an Morbus Krohn erkrankt war, begab sich wegen Beschwerden im Bereich der Nieren zu Ihrem Urologen. Dort wurde Mitte Juni 1997 eine akute Nierenbeckenentzündung links und ein großer Nierenstein rechts diagnostiziert. Spätestens im Juli 1997 war ein durch den Nierenstein bedingter Stau in der rechten Niere erkennbar. Die Patientin wurde zur Behandlung ins Krankenhaus eingewiesen. In einem ersten stationären Aufenthalt wurde die Entzündung kuriert. Für Ende August wurde ein OP-Termin zur Entfernung des großen Nierensteins vereinbart. Bis hierhin war die Vorgehensweise der Ärzte in Ordnung.

 

Unverständlicherweise sahen es jedoch die Ärzte im Krankenhaus für erforderlich an, dass die Patientin trotz ihrer Vorerkrankungen zwei Eigenblutspenden leisten sollte. Die zweite Spende lieferte krankheitsbedingt zu schlechte Blutwerte, als dass die Probe verwertbar gewesen wäre. Die erste Spende war wegen des mittlerweile eingetretenen Zeitablaufs unbrauchbar. Die für August 1997 geplante Operation wurde verschoben.

 

Die Patientin suchte währenddessen mehrmals den Urologen auf. Dieser kümmerte sich jedoch nicht zeitnah um einen schnellen Ersatzoperationstermin. Erst am 17.12.1997 erfolgte eine aufwendige, offene Operation zur Entfernung des Nierensteins. Aufgrund der zu späten Operation und der vorwerfbaren Zeitverzögerung erholte sich die Nierenfunktion nicht mehr, so dass im November 1998 die rechte Niere wegen Funktionsverlusts vollständig entfernt werden musste.

 

Das Gericht sah es aufgrund der eingeholten Gutachten als erwiesen an, dass spätestens im August 1997 aufgrund des Nierenstaus eine zeitnahe Entfernung des Nierensteins hätte erfolgen müssen. Die zeitliche Verzögerung, die unnötige und keinen Nutzen bringende Eigenblutspende waren ebenso als Behandlungsfehler gewertet worden, wie die mangelnde Initiative des Urologen nach dem geplatzen Operationstermin für eine raschen Ersatztermin zu sorgen. Diese Behandlungsfehler trugen kausal zum Gesundheitsschaden, dem Verlust der Niere, bei.

 

Die involvierten Ärzte wurden als Gesamtschuldner zur Zahlung eines Schmerzensgeldes von 25.000 € verurteilt.

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